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Voodoo authentic -Cult & Magie - Geldmuschel, Glücksmuschel, Muschel, Kauri Muschel, Cypraea moneta, cyprea moneta, kauri moneta, Geld, Glück, Magie, Ritual, Mojo bag, Geldbeutel, Glücksbeutel, Wunschbeutel, Zahlungsmittel, Afrika, Voodoo Glücksmuschel 412231
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Das wichtigste "Kleingeld" bei vielen Eingeborenen aus Neuguinea und auf den Philippinen sind auch heute noch die Kaurimuscheln (Cypraea moneta).
Viele Papuas in abgelegenen Berggebieten trauen dieser "Muschelwährung" oftmals mehr, als dem gemünzten Geld der Regierung.

Die Geschichte des Kauri-Muschelgeldes ist die Geschichte weltweiter Handelsbeziehungen. Sie führte von den Malediven über Indien nach Europa und Afrika und schließlich bis nach Amerika.
Als Muschelgeld wurden in der Regel nur ganz spezielle Muscheln akzeptiert, sei das in Indien, im alten China oder in Westafrika. Sehr beliebt und weit verbreitet waren Kauri-Muscheln. Nun gibt es über 200 Arten von Kauris, aber nur eine einzige Kauri-Art, Cypraea moneta, machte weltweit Geschichte als Zahlungsmittel. Dafür gibt es gute Gründe:
Kauri-Muscheln gedeihen nur im Indischen und Pazifischen Ozean und auch dort nur, wo das Wasser warm und flach ist. Die bevorzugte kleine Cypraea moneta kommt in größerer Zahl überhaupt nur auf den Malediven vor, wo das Wasser besonders warm ist. Nach einem biologischen Gesetz bleiben Meeresspezies um so kleiner, je höher die Wassertemperatur ist. Kauris von den Malediven sind im Durchschnitt nur 16 Millimeter lang - schön handlich und leicht zu transportieren, was einen wirtschaftlichen Vorteil darstellt.

Kauri-Geld muß in arbeitsintensiven Prozessen gewonnen werden.
Noch bis heute gehen Mädchen und Frauen zweimal im Monat (bei Voll- und Neumond) ins hüfttiefe Lagunenwasser und schlagen die Muscheln von Steinen, Treibgut und Korallenstücken ab. Sie sammeln bis zu 12000 Stück am Tag in Kokosschalen. In der Nähe ihrer Häuser vergraben sie die Muscheln in der Erde und lassen sie dort für Wochen liegen, bis das SchneckenfIeisch spurlos verwest ist. Dann holen sie die Kauris wieder aus der Erde, spülen den Sand weg und waschen sie in klarem Wasser, bis sie makellos glänzen. Nur in diesem absoluten "Idealzustand" können die Muscheln als Handelsgut auf den zentralen Markt in Male gebracht werden.

In früheren Jahrhunderten hatte der Sultan von Male ein Monopol auf den Kauri-Handel, und die Inselbewohner mußten ihre Steuern in Form von Kauris abliefern. Die Leute des Sultans tauschten diese dann in Südindien oder Ceylon hauptsächlich gegen Reis. Als Zahlungsmittel zirkulierten Kauris im alten China, in Indien, in Nord- und Westafrika. Sie dienten oft als Kleingeld, während Edelmetallmünzen für größere Zahlungen benutzt wurden. Metallmünzen gegenüber haben Kauris einige Vorteile: Sie sind kostengünstig herzustellen und vor allem fälschungssicher.
Wann genau die Kauris nach Westafrika gelangten, ist bis heute nicht bekannt. Bekannt ist hingegen ihr Weg. Die Muscheln wurden 9000 Meilen weit über den Persischen Golf oder das Rote Meer nach Nord- und dann nach Westafrika transportiert. Erste schriftliche Zeugnisse stammen vom berühmten westafrikanischen Gelehrten Ibn Battuta und datieren aus dem 14. Jahrhundert. Damals waren Kauris gängiges Zahlungsmittel im Niger-Gebiet, in Benin und in Mali.
Als erste stießen die Portugiesen im 16. Jahrhundert auf das maledivische Muschelmonopol. Mehr oder weniger zufällig. Denn die Portugiesen waren damals nicht etwa wegen der Kauris zu den Malediven gesegelt. Sie wollten dort vielmehr Kokosbastseile für die Takelage ihrer Flotte in Portugiesisch-Indien kaufen. Nun beobachteten sie den regen Kauri-Handel mit Südindien und Ceylon. Als tüchtige Händler rechneten sie schnell aus, daß der Kauri-Handel große Profite ermöglichte, besonders dann, wenn die Muscheln auf dem Seeweg übers Kap der guten Hoffnung nach Europa oder nach Afrika transportiert wurden.
Der Seeweg war mit 15000 Meilen zwar 6000 Meilen länger als der Landweg, aber weniger mühsam.
Natürlich überließen die anderen seefahrenden Westeuropäer den Portugiesen das gute Geschäft mit Kauris und Sklaven nicht kampflos. Engländer und Holländer rissen den Kauri-Handel bald an sich. Keine der großen Seefahrernationen konnte aber das Monopol des Sultans von Male brechen. Das heißt, die Europäer mußten sich nach wie vor auf Ceylon oder in Südindien mit Kauris eindecken.

Alles hat seinen Preis und jede Muschel ihren Wert.
Die Muschelwährung in den verschiedenen westafrikanischen Regionen war nicht homogen. Das heißt, jede Region hatte ihre eigene Währung, ihre eigenen Preise, ihre eigene Art, die Kauris zu zählen und zu bündeln.
Alles in allem trieben die Kauris einen gewaltigen globalen Handel an: Die Malediver produzierten Muschelgeld und handelten dafür Reis ein. Inder und andere Völker benutzten die Kauris als lokales Zahlungsmittel und verkauften sie gleichzeitig an die Europäer. Die Europäer kauften mit den Muscheln Sklaven in Westafrika, die sie dann nach Amerika überführten. Dort produzierten die Sklaven Zucker in nie gekannter Menge, welcher nach Europa zurückkam, den Europäern die Zähne verdarb, was einer neuen Branche, den Dentisten, zu schönem Einkommen verhalf. Die Dentisten brauchten Maschinen, wofür sie Schmiermittel benötigten, was wiederum den Palmölhandel in Westafrika beflügelte.
Als der transatlantische Sklavenhandel verboten wurde, blieben die Kauris in Westafrika weiterhin in Gebrauch. Und dies nicht nur auf lokalen Märkten. Sie wurden zum bevorzugten Zahlungsmittel für Palmöl, das Ersatzexportprodukt für Sklaven. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zur großen Muschelgeldinflation. Weil die Kolonialherren, die neu im Lande waren, das Muschelgeld als primitiv verachteten und bald verboten, war die bedeutende Epoche der Kauri-Muschel Anfang des 20. Jahrhunderts vorbei. Dennoch überlebte das Kauri-Geld auf abgelegenen Märkten in Gebieten Nordghanas und Südindiens noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts.



Diesen Artikel haben wir am Freitag, 07. Juli 2006 in unseren Katalog aufgenommen.

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